Salzbäder für Koi

Salzbäder für Koi

Fakten und Mythen:

Die heilende Wirkung von Salz ist vielen Koi Kichis schon lange bekannt. Salzbäder werden überwiegend  zur Kompensation erhöhter Nitritwerte, Stresslinderung, Heilungsförderung und Entwässerung von Nishikigoi eingesetzt.  Das im Wasser gelöste Natriumchlorid kann nicht nur dem Fisch beim Abschleimen und spülen seiner Kiemen helfen, sondern unterstützt auch die Osmose der Koi, da es den permanenten Druck des in den Fisch eindringen wollenden  Wassers reduziert.
Leider denken viele Koihalter nach wie vor, dass Salzbäder auch zur Parasitenbekämpfung eingesetzt werden können. Hoch konzentrierte Salzbäder mögen zwar in der Lage sein einzellige Parasiten abzutöten oder durch das Abschleimen den Parasitendruck auf den Fisch zu reduzieren, beseitigen aber niemals die Ursache dafür. Zeigen Fische Symptome die auf einen Parasitenbefall hindeuten, gilt es so rasch als möglich einen Abstrich zu nehmen und diesen unter dem Mikroskop zu analysieren. Bitte nehmen sie hierzu, ihren Fischen zuliebe, professionelle Unterstützung (zum Beispiel durch Dr. Hochwartner) in Anspruch.

Salzbäder sollten viel mehr als erste Hilfe Maßnahme gesehen werden. Gibt es zum Beispiel einen einzelnen, durch den langen Winter geschwächten, Fisch kann diesem, ein kurzzeitiges Salzbad wieder neue Kraft spenden.

Kurzzeitbad – Durchführung & Dosierung:

Kurzzeitbäder sollten eine Salzkonzentration von 1,5 – 2% haben und dienen in erster Linie dazu den Fisch zum Abschleimen anzuregen und die Bildung neuer Schleimhaut zu fördern. Schöpfen sie hierzu 30 – 100l Teichwasser (je nach Fischgröße) in eine Wanne und baden Sie den Fisch für 20 Minuten darin. Doch bevor Sie damit beginnen, bereiten Sie alle notwendigen Utensilien wie Waage, Schöpfebecher oder Kübel, Wanne, Abdeckung, Belüftung, Kescher und ev. Umsetzschlauch) vor! So ersparen sie sich und ihrem Tier viel unnötigen Stress.

  • Beginnen Sie die Behandlungswanne mit ausreichend Teichwasser zu füllen. Achten Sie genau auf die verwendete Wassermenge um die notwendige Salzmenge korrekt berechnen zu können.
  • Wiegen sie nun die entsprechende Salzmenge ein. Hierbei gilt: 15 – 20 g pro Liter. (30 Liter Bad: 450 – 600 g Salz; 50 Liter Bad: 750 – 1000 g Salz; 100 Liter Bad: 1500 – 2000 g Salz)
  • Setzen sie den Fisch in die Wanne
  • Bitte einen Belüftungsquelle hinzufügen! Dies ist gerade beim Salzbad besonders notwendig, da mit ansteigendem Salz- der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt!
  • Nun können Sie die Salzmenge gleichmäßig in die Wanne einstreuen.
  • Notieren sie die Zeit des Behandlungsstarts oder Stellen Sie den Timer Ihres Handys auf 20 Minuten.
  • Der Fisch fühlt sich in der engen Wanne und der hohen Salzkonzentration nicht wohl und wird versuchen aus dem Becken zu springen. Bitte decken Sie die Wanne unbedingt entsprechend ab.
  • Beobachten Sie den Fisch während der Behandlung. Kippt er zur Seite brechen Sie bitte die Behandlung sofort ab.
  • Befüllen sie in der Zwischenzeit eine zweite Wanne mit Teichwasser.
  • Setzen sie den Fisch nach einem 20 Minütigen Bad in die zweite Wanne (ohne Salz) um. Auch hier gilt es gut zu belüften und das Herausspringen mit einer Abdeckung zu verhindern. Geben Sie dem Fisch weitere 20 Minuten um sich zu erholen und den restlichen Schleim abzustoßen.
  • Nun darf der Koi wieder zurück zu seinen Freunden in den Teich

Sollten sie beim Handling mit Koi noch etwas unsicher sein, empfehle ich ihnen nicht zu stolz zu sein und zum Umsetzschlauch zu greifen. Wiederholen sie die Behandlung nach 1-2 Tagen nochmal, führen Sie aber bitte nie mehr als 3 Kurzzeitbäder in Folge durch.

Dauerbad – als Langzeitbad:

Dauerbäder dienen vorrangig dazu den Fischen beim Stressabbau nach längerem Transport zu unterstützen und erhöhte Nitritwerte durch uneingefahrene Filter oder einer starken Besatzerhöhung zu kompensieren.  Hierzu wird eine Salzkonzentration von 0,2 – 0,5 %, das sind 2 – 5 kg Salz/m³ Teichvolumen, angestrebt.  Die gelösten Salzionen verhindern, dass Koi für sie schädliches Nitrit aufnehmen und erleichtern zusätzlich osmoregulatorische Prozesse im Fisch.

Dauerbad – als Heilbad:

Das Heilbad ist eine weitere Form des Dauerbades. Heilungsbäder weisen aber etwas höhere Salzkonzentrationen von 0,5 – 0,6 % auf. Wie der Name bereits andeutet unterstützen sie Wundheilungsprozesse und können speziell bei beginnender Bauchwassersucht zur wahren Wunderwaffe werden. Hierzu sollte allerdings ein Quarantänebecken zum Einsatz kommen, in welchem auch die Temperatur langsam erhöht werden kann.

Wichtige Hinweise zu Salz, dessen Neben- und Wechselwirkungen:

Salz kann sich bei falscher Dosierung, falschem Einsatzgebiet oder in Kombination mit manchen Medikamenten und Behandlungen (z.B.: Kaliumpermanganat) auch negativ auf die Gesundheit der Koi auswirken. Weiters tolerieren die meisten Teichpflanzen keine erhöhten Salzkonzentrationen über längeren Zeitraum.

Ganz wichtig – egal welche Art von Salzbad Sie durchführen: Verwenden Sie stets jodfreies Salz!!! Jod würde bei Koi Kiemenschäden verursachen. Für den Einsatz im Koiteich eignen sich: Meersalz, jodfreies Speisesalz, Viehsalz sowie spezielle Teichsalze.

LWB Ing. KOLMAR Georg
Hauptplatz 14, A-2440 Moosbrunn
Email: office@sanako-koi.com | Telefon: +43 (0)660 25 35 004